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Susi und FredAnfang März 08 sind bei uns zwei weitere Hängebauchschweine eingezogen, die Sau Susi und der kastrierte Bock Fred. Beide sind über eine Tierschutzorganisation zu uns gekommen. Diese hat auch den Eber Fred kastrieren lassen. Leider aber war das Missgeschick schon geschehen und Susi tragend.

Am 25. April 08 gab es dann Nachwuchs. Sechs winzig kleine Ferkel erblickten das Licht der Welt. Nachdem die Freude erst riesen groß war, kaum schnell ein böses Erwachen. Susi, die sich wirklich rührend um die Kleinen bemühte, hatte keine Milch. So mussten wir ihr leider die Kleinen wegnehmen und das Abenteuer Handaufzucht von Ferkeln begann.

Schnell wurden von Freunden Babyflaschen organisiert und die Mitsteiter des Hofes zur Hilfe gerufen. Unter lautstarken Quieken und sich wehren wurden die sechs Ferkel dann erstmal mit Welpenaufzuchtsmilch gefüttert. Ab jetzt hieß es alle zwei bis drei Stunden ist Ferkelfüttern angesagt.

Zum Glück erklärte sich unser Helfer Käutzchen und seine Frau bereit, zwei Ferkel erstmal mit nach Leipzig in die Wohnung zu nehmen und dort aufzupäppeln. Für die anderen vier Ferkel wurde kurzerhand eine Hundehütte zum Ferkelheim erklärt und mit einer Rotlichtlampe versehen.

Die ersten drei Tage waren mehr als stressig. Zwar konnten wir zwei der Ferkel am nächsten Tag gleich ihren neuen Besitzern übergeben, die schon Erfahrung in der Aufzucht von allen möglichen Tieren hatten, aber zwei Ferkel, Pünktchen und Anton blieben auf dem Hof. So gab es schlaflose Nächte mit furchtbaren gequieke bei der Fütterung, das man immer damit rechnen musste, das die Polizei jeden Moment in der Tür steht. Es ist wirklich erstaunlich, wie laut so kleine Tiere schreien können, dabei wollte man ihnen ja nichts böses, sondern nur füttern.

Am vierten Tag ging es dann los mit der Fütterung von Babybrei. Das fanden die Ferkel viel besser, da sie ja jetzt nicht mehr hoch gehoben werden mussten. Zwar brauchten Pünktchen und Anton etwas Zeit, richtig zu lernen, Brei zu fressen aber es klappte innerhalb kurzer Zeit sehr gut. Allerdings weiß ich jetzt vorher der Spruch kommt “Du siehst aus wie ein Schwein”. Den Ferkeln schmeckte der Brei nur so richtig gut, wenn man mit allen vieren in der Futterschüssel stehen kann und die Schnauze bis fast zu den Augen im Brei hat.

Pünktchen mit ihrem LieblingsspielzeugBei den beiden in Leipzig lebenden Ferkeln, Lieselotte und Kuno lief auch alles gut bis plötzlich Kuno das Futter verweigerte. Aber zum Glück konnte der Tierarzt Kuno helfen und er erholte sich sehr schnell wieder, auch wenn er nicht so gut wie Lieselotte wuchs. Bei dem auf dem Hof lebenden Anton verloren wir trotz aller Mühen den Kampf um sein Leben. Auch er verweigerte urplötzlich das Futter und verstarb innerhalb weniger Stunden. So blieb Pünktchen alleine auf dem Hof und verbrachte die nächsten Tage gemeinsam mit einem Kuscheltier in der Hundehütte. Sie nahm die ganze Sache sehr gelassen , freute sich aber immer sehr, wenn jemand Zeit zum spielen und bürsten für sie hatte.

Nach fast zwei Wochen konnten wir die drei verbliebenen Ferkel dann auf dem Hof wieder zusammenbringen. Sie bekamen unseren Kaninchenauslauf als Ferkelzimmer, sehr zum Ärger unserer Kaninchen und Meerschweine. Pünktchen war froh, wieder Kuschel- und Spielgefährten zu haben. So ist der Tag der drei Ferkel mit spielen, fressen und zusammen kuscheln ausgefüllt. Auch ich kann jetzt wieder durchschlafen, den die Fütterungszeiten haben sich jetzt dem Hofleben angepasst.

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge denken wir hier an die Zeit, wenn uns die Drei verlassen müssen. Wenn die Ferkel acht Wochen alt sind, können sie sich auf den Weg in ihr neues Zuhause machen. Wir alle hoffen, das wir ein Zuhause finden, in dem die Drei zusammenbleiben können. Bis dahin steht Kuno noch der Gang zum Tierarzt an, den er wird, um späteren Nachwuchs zu vermeiden, noch kastriert. Bis dahin werden Lieselotte, Pünktchen und Kuno sicher noch vielen Leuten Freude machen und uns alle zum Lachen bringen.

Solange Menschen denken, das Tiere nicht fühlen, solange müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

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