Seid einiger Zeit frage ich mich, macht es eigentlich noch Sinn, was ich hier mache ? Ich nenne meinen Hof einen Platz für Tiere in Not und muss doch in den letzten Zeit immer “Nein” sagen, wenn es um die Aufnahme von Tieren in Not geht. Ich habe das Gefühl, ich lasse die Tiere im Stich.
Viele Tiere, die noch zu vermitteln waren, habe ich in den letzten Zeit abgegeben. Mit schwerem Herzen und Sorge, den mein Vertrauen in die Menschen ist schon so oft enttäuscht worden. Ich kann nur für meine ehemaligen Zöglinge hoffen, das ich mich in diesen Menschen nicht getäuscht habe und es den Tieren immer gut geht, bzw. diese Menschen auch den Mut haben, zu sagen, ich kann das Tier nicht mehr behalten, egal aus welchem Grund auch und sie hierher zurück geben.
Es wird immer schwerer, die hier noch lebenden Tiere zu versorgen. Die Kosten für die Tiere werden immer mehr und die finanzielle Hilfe bleibt immer mehr aus. Sicher, ich verstehe das gut, das die Menschen derzeit genug eigene Probleme haben, aber das die Menschen, die ihr Tier hier abgeben, diese meist gleich vergessen und mit ihnen ihre Versprechungen, setzt mir doch sehr zu. Auch die Hilfe bei der Arbeit um und mit den Tieren wird immer schwerer, da kaum noch jemand bereit ist, unentgeltlich hier zu helfen. Die Mädchen verlassen immer früher den Hof, weil das andere Geschlecht ruft und wichtiger wird als die Tiere.
Das Leben auf dem Hof bestimmt seit vielen Jahren mein Leben. Ich habe viele Menschen kommen und gehen gesehen. Bei vielen tat der Abschied weh, aber für diese Menschen ist der Hof nur eine kleiner Abschnitt in ihrem Leben gewesen, das Leben mit der Familie und das Verdienen des Lebensunterhaltes geht nun mal vor.
Viele Menschen habe ich als Kinder kommen sehen, habe sie aufwachsen gesehen und bin mir sicher, ihnen etwas fürs Leben mitgegeben zu haben und zwar das Bewusstsein, für anderes Leben die Verantwortung zu übernehmen. Diese jungen Menschen haben sich voll eingebracht und für die Tiere gekämpft und gearbeitet. All diese jungen Menschen sind mir ans Herz gewachsen und es ist traurig, das einige ohne Lebwohl einfach verschwinden.
Hoffnung geben allerdings noch einige, wenige wirkliche Freunde des Hofes. Sie sind da, wenn sie gebraucht werden, packen an, hören zu und helfen, wo sie nur können. Bei diesen Menschen möchte ich mich bedanken, ohne sie hätte ich schon lange aufgegeben.
Regina Berner
Solange Menschen denken, das Tiere nicht fühlen, solange müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.