Unverziehen und Unvergessen
Es ist jetzt fast ein Jahr her, seit man mir meine kleine Bibi genommen hat. Ich kann es nicht vergessen, geschweige verzeihen. Irgendwie kann ich es bis heute auch nicht verstehen, das Bibi nicht mehr da ist. Oft will ich sie rufen und machmal wenn ich morgens wach werde, suche ich sie bis ich begreife, sie ist nicht mehr hier, man hat sie mir auf brutale Weise genommen.
Am Abend des 11. Juni 2010 gegen 20.00 Uhr wurde unsere kleine einäugige Hündin Bibi auf unserem Grundstück durch zwei Diabolos Geschosse schwer verletzt und konnte trotz Not-OP nicht mehr gerettet werden. Die Lunge und der Darm wurden durch die Geschosse verletzt. Leider sind zwei unserer Hunde, die durch die Situation völlig überfordert wurden, noch über Bibi hergefallen und haben sie noch zusätzlich verletzt. Ich war mit den Hunden noch wenige Minuten vorher gemeinsam draußen und bin nur kurz ins Haus gegangen.
Da unserer Hof durch eine hohe Mauer umschlossen ist, müssen wir davon ausgehen, das von einem Nachbargrundstück gezielt auf Bibi geschossen wurde. Eine Anzeige bei der Polizei wurde erstattet.
An dieser Stelle möchte ich mich bei all den Menschen bedanken, die in den letzten Tagen für mich und die Tiere da waren. Die mich mit der schwerverletzten Bibi zum Tierarzt gefahren haben, die gleich zum Hof gerast sind, um sich um die anderen Tiere zu kümmern, die das Grab von Bibi liebevoll gestaltet haben, die mich einfach nur in den Arm genommen haben, die mich angerufen haben oder mir durch liebevolle Zeilen Mut gemacht haben.
Ein großes Dankeschön geht an die Tierarztpraxis Dr. Petermann in Leipzig. Obwohl schon lange Feierabend sind Frau Dr. Petermann und Schwester Monika sofort in die Praxis geeilt, als sie mein Hilferuf bekommen haben. Sie haben alles menschenmögliche getan, um Bibi zu retten.
Bibi war für mich immer ein besonderer Hund. Vor vielen Jahren nachts einfach mit zwei Welpen in einem Kaninchenkäfig vor der Tür abgestellt, hatte sie lange Zeit Angst vor Menschen. Sie hatte wohl nicht viel Gutes von den Menschen erfahren, da auch ihr Auge durch Schläge schwer verletzt war und nach innen gerutscht ist. Bibi hat viel Jahre nur mir vertraut, bis sie endlich begriffen hatte, das ihr hier keiner Böses will und so ist sie in den letzten Jahren richtig aufgetaut und forderte viele Besucher auf, ihr doch bitte den Bauch zu kraulen.
Ich werde ihren sinnlosen Tod wohl nie verstehen. Leb wohl, mein kleiner Sonnenschein. Ich vermiss dich so sehr.
Ich weiß nicht, ob ich jetzt noch die Kraft finde, weiter zu machen? Kann ich die anderen Hunde jetzt noch alleine auf dem Grundstück lassen? Wie groß muss der Hass auf mich oder auf die Tiere sein, so etwas zu tun.
Inzwischen hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Wir alle hoffen, das der Täter bald gefasst wird und hier endlich Ruhe einkehrt.